Venedig damals & heute: Ein historischer Foto-Guide

Eine Zeitreise durch Venedig – historische Fotografien im Vorher-Nachher Vergleich

A wooden boat floats on a narrow canal in Venice, surrounded by historic, weathered stone buildings with tall windows.

Venedig im Wandel: Entdecke die Lagunenstadt mit unserem Fotoguide auf eine ganz neue Weise.

Die sogenannte Re-Fotografie ist für uns eine besondere Form der Entdeckung und Wissensbegierde, die uns auf unseren Reisen seit vielen Jahren begleitet. Eine historische Aufnahme aus der Vergangenheit erneut aus genau demselben Blickwinkel aufzunehmen und dabei gewissermaßen das Rad der Zeit zu beobachten, das hat etwas Faszinierendes. Indem wir die Kamera bewusst als Werkzeug nutzen, entschleunigt sich unsere Reise ganz automatisch. Wir verweilen einen Moment länger, schauen genauer hin und nehmen Umgebung, Natur und Menschen intensiver wahr.

Diesmal waren wir in Venedig unterwegs und haben uns auf die Suche nach historischen Motiven gemacht. Immer begleitet von der Frage: Wie sah es hier früher aus und was entdecken wir heute an genau derselben Stelle?


Unser Foto-Guide führt mitten durch das Herz von Venedig und lädt dazu ein, die Stadt aus einer anderen Perspektive zu erkunden. Denn wer genauer hinschaut, entdeckt Geschichten, neue Blickwinkel und erlebt die Lagunenstadt auf eine überraschend entspannte Weise.


Und natürlich haben wir auch ein paar ganz besondere Venedig-Tipps gesammelt: Orte und Details, die man als Besucher möglicherweise übersehen könnte.



Die Rialtobrücke am Canal Grande 1900 und heute

A vintage black-and-white photo of the stone Rialto Bridge over the Grand Canal in Venice, with gondolas in the water.
The white stone Rialto Bridge spans a canal in Venice, with wooden mooring poles and boats in the foreground.

Die wohl bekannteste Wasserstraße Italiens führt mitten durch Venedig: der Canal Grande. Genau hier spannt sich auch eines der berühmtesten Bauwerke der Stadt über das Wasser – die Rialtobrücke.


Die heutige Steinbrücke ist allerdings nicht die erste an dieser Stelle. Bereits im Mittelalter verbanden mehrere Holzbrücken die beiden Ufer des Kanals. Erst im Jahr 1507 entschied man sich schließlich, eine massive Brücke aus Stein zu errichten. Die heutige Konstruktion ruht auf unglaublichen 12.000 Holzpfählen.



Rund um die Rialtobrücke befand sich schon damals das Zentrum des venezianischen Handels. Auch heute reihen sich Restaurants, Cafés und Souvenirläden, Verkaufsbuden dicht an dicht und bieten ihre Waren den unzähligen Besuchern Venedigs an.

Die historische Aufnahme aus der Zeit um 1900 zeigt jedoch eine deutlich entspanntere Atmosphäre. Unter der Brücke gleiten Gondeln durch den Kanal, die heute vor allem eine romantische, wohl eher romantisierte, Touristenattraktion ist. Manche Gondeln transportieren Säcke und Waren, was ein klarer Hinweis darauf ist, dass der Canal Grande einst vor allem eine Arbeits- und Handelsroute war. Verglichen mit den Touristenströmen unserer Zeit wirkt die Szene ruhiger. Heute kreuzen Gondeln, Wassertaxis und die zahlreichen Vaporetti hier ununterbrochen ihre Wege, während Besucher aus aller Welt in die Boote ein- und aussteigen und für stetiges Treiben und Wälzen sorgen.

  • Tipp! – Wenn du eine preiswerte Alternative zur teuren Gondelfahrt suchst, wirf einen Blick in unseren Artikel „3 Tage in Venedig“.


Ansicht der Scala dei Giganti (Treppe der Giganten) 1911 und heute

People ascend the grand stone staircase, flanked by classical statues, inside the courtyard of the Doge's Palace, Venice.
A person stands at the base of the ornate stone Giants' Staircase at the Doge's Palace in Venice, taking a photograph.

Die Riesentreppe, die Scala dei Giganti, befindet sich im Innenhof des Dogenpalastes in Venedig. Viele Tagestouristen laufen daran vorbei oder entdecken sie gar nicht, denn sie ist nur für Besucher zugänglich, die ein Ticket für den Dogenpalast besitzen. Ein Besuch lohnt sich jedoch allemal. Über Jahrhunderte war der Dogenpalast das politische und administrative Zentrum der Republik Venedig; und damit der Ort, an dem Macht, Politik und Geschichte der Lagunenstadt zusammenliefen.

  • Schon gewusst? – Im Dogenpalast werden auch spezielle Sonderführungen angeboten. Wenn du einen Blick hinter die Kulissen werfen möchtest, können wir die Tour „Special Itineraries“ empfehlen. Wir haben unsere Tickets vorab online gebucht und konnten so in einer kleinen geführten Gruppe Bereiche entdecken, die normalerweise nicht zugänglich sind. Unser Guide erzählte dabei spannende Geschichten über den Palast, seine Machtstrukturen und auch über den legendären Frauenhelden Giacomo Casanova, einen der berühmtesten Gefangenen des Palastes.
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Auf der Treppe der Giganten fand einst die feierliche Amtseinsetzung des Dogen statt. Die monumentale Treppe stammt aus dem 16. Jahrhundert, also der Blütezeit Venedigs. Besonders auffällig sind die beiden Statuen am oberen Ende, die der Treppe ihren Namen geben: Links steht Mars, der Gott des Krieges, rechts Neptun, der Gott des Meeres.


Die historische Aufnahme aus dem frühen 20. Jahrhundert zeigt Männer, die die Treppe hinaufgehen. Auffällig ist, wie klein die Menschen im Vergleich zu den monumentalen Figuren wirken. Diese Wirkung war durchaus beabsichtigt: Während der Amtseinführung sollte der neue Doge im Vergleich zu den gewaltigen Statuen beinahe klein erscheinen. Es war eine symbolische Erinnerung daran, dass er nicht allmächtig war, sondern in erster Linie ein Diener des venezianischen Staates war.


Auch heute ist die Treppe ein prächtiger Anblick und ein beliebtes Fotomotiv für Besucher des Dogenpalastes. Wir waren sehr glücklich, diesen Ort entdecken zu können und einen Moment lang ein Stück venezianischer Geschichte fast ungestört genießen zu dürfen.



Scuola Grande di San Marco 1924 und heute

Sepia-toned historical photo of the Scuola Grande di San Rocco in Venice with gondolas docked along the canal.
A canal in Venice with a small stone bridge, boats moored along the side, and a large, ornate white stone building behind.

Die historische Aufnahme aus dem Jahr 1924 zeigt die Scuola Grande di San Marco. Direkt daneben verläuft die kleine Ponte Cavallo (Pferdebrücke).


Der Platz liegt nördlich des Markusplatz und ist in etwa zehn Minuten zu Fuß erreichbar. Schon der Weg dorthin lohnt sich: Durch die vielen verwinkelten Gassen und kleinen Kanäle kannst Du immer wieder neue Perspektiven und ruhigere Orte entdecken, die deutlich weniger überlaufen sind als die bekannten Hauptattraktionen der Stadt.



Auf dem Platz selbst steht das berühmte Reiterstandbild von Bartolomeo Colleoni. Dieser berühmte Condottiere, also Heerführer, kämpfte im Auftrag der Republik Venedig gegen die Truppen aus Mailand und galt als einer der bedeutendste Söldnerführer seiner Zeit. Seine Statue gehört zu den eindrucksvollsten Reiterdenkmälern der Renaissance.

  • Schon gewusst? – Beim Gebäude rechts neben der Brücke handelt es sich um die Scuola Grande di San Marco, die im Stil der venezianischen Frührenaissance errichtet wurde und durch ihre reich verzierte Fassade beeindruckt. Heute befindet sich hier ein Museum. Als Besucher kannst Du die prachtvollen Säle im ersten Stock besichtigen. Dort befinden sich eine medizinische Bibliothek sowie eine Sammlung historischer medizinischer Instrumente. Besonders sehenswert sind die kunstvoll gestalteten Kassettendecken und die aufwendig dekorierten Innenräume.

Beim direkten Vergleich der historischen Fotografie mit unserer heutigen Ansicht ist es faszinierend zu sehen, wie viel von diesem Ort bis heute erhalten geblieben ist. Auch der Kanal daneben wirkt vertraut; damals wie heute gleiten hier Gondeln durch das Wasser und prägen das typische Bild Venedigs.



Die bekannteste Sehenswürdigkeit Venedigs: Markusplatz 1930 und heute

A sepia-toned view of St. Mark’s Square in Venice featuring the two columns and the Biblioteca Marciana building.
People walk past a souvenir stall in St. Mark's Square in Venice, with the Doge's Palace and two tall columns in view.

So ruhig und leer wie auf der historischen Aufnahme von 1930 lässt sich der Markusplatz heute nur noch selten erleben. Vielleicht kann man solche Momente in den allerfrühesten Morgenstunden erhaschen, bevor die ersten Besucher die Piazza füllen und der tägliche Trubel seinen Lauf nimmt.



Im Zentrum des Bildes stehen die beiden markanten Säulen. Auf ihren Spitzen thronen der geflügelte Löwe und der heilige Theodor. Der Löwe symbolisiert den Evangelisten Markus, der bereits seit dem 9. Jahrhundert als Schutzpatron der Stadt gilt und in Form des geflügelten Löwen zum wichtigsten Symbol der venezianischen Republik wurde. Auf der zweiten Säule steht der heilige Theodor, der frühere Schutzpatron Venedigs.

  • Schon gewusst? – Die gewaltigen Säulen selbst kamen im 12. Jahrhundert aus dem östlichen Mittelmeerraum nach Venedig. Ursprünglich sollen es sogar drei gewesen sein. Doch beim Entladen im Hafen stürzte eine der Säulen in die Lagune und ging verloren. Manche glauben, sie liege bis heute im Meeresboden von Venedig.

Beim Gebäude rechts handelt es sich um die Biblioteca Nazionale Marciana, die eine der schönsten historischen Bibliotheken der Stadt beherbergt. Ein Besuch kann allerdings manchmal kompliziert sein: Im Internet finden sich zahlreiche Berichte, wonach das Personal häufig nur Studierenden mit Bibliotheksausweis Zutritt gewährt. Unsere Erfahrung zeigt, dass es an solchen überfüllten und überaus hektischen Orten sinnvoller ist, eine geführte Tour zu buchen, denn mit einem Guide verläuft der Besuch deutlich entspannter.



Markusdom 1934 und heute

A man sits on a stool sketching St. Mark's Basilica in Venice on a paved square with other people and pigeons nearby.
St. Mark's Basilica in Venice, with construction scaffolding and white barriers in front of the ornate facade under blue sky.

Dieses Bilderpaar zeigt den berühmten Markusdom, das Glanzstück am Markusplatz, das jedes Jahr unzählige Besucher anzieht und fasziniert. Wer diese prächtige Kirche auch von innen besichtigen möchte, braucht jedoch, wie so oft in Venedig, Zeit und Geduld.



Die historische Aufnahme aus dem Jahr 1934 wurde vom westlichen Eck des Markusplatzes aufgenommen. Sie zeigt einen Künstler, der die Szene festhält. Gewissermaßen ist er ein Vorreiter der Fotografie, denn er dokumentiert den Moment zeichnerisch. Die Szene verdeutlicht eindrucksvoll, welche Faszination Venedig schon damals auf seine Besucher ausübte.

Heute ist der Markusdom einer der wichtigsten Anlaufpunkte für Touristen in der Lagunenstadt. Auf unserem aktuellen Bild ist eine Bühne zu erkennen, die darauf hinweist, dass auf dem Markusplatz regelmäßig kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

Die Bausubstanz der Kirche ist weitgehend unverändert geblieben. Allerdings dringt bei Hochwasser immer wieder Wasser in das Gebäude ein, was einen ständigen Renovierungs- und Instandhaltungsaufwand erforderlich macht. Venedig kämpft nach wie vor mit Überschwemmungen; das MOSE-System soll zwar diese verhindern, doch wie wirksam es langfristig ist, wird sich erst zeigen.



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Für Fragen oder Konflikte im Zusammenhang mit Urheberrechten kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail. Alle neuen Aufnahmen sind unser Eigentum und wurden von uns erstellt. Eine Nutzung ohne unsere ausdrückliche Genehmigung ist nicht gestattet. Die historischen Aufnahmen stammen aus Fortepan und sind mit der Public Domain Mark (Signaturen :159856; 263628; 130407; 42359; 118685; ) gekennzeichnet.


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