Stockholm: Sehenswürdigkeiten damals und heute

Historische und aktuelle Ansichten im direkten Vergleich

Nighttime riverside promenade with wet cobblestones, lit street lamps, and city lights reflecting on the water.

Stockholm im Wandel: Entdecke Sehenswürdigkeiten und Tipps im Foto-Guide.

Eine Stadt durch das Objektiv einer Kamera zu entdecken, eröffnet eine ganz eigene Perspektive. Auf den Straßen fangen wir das Leben ein, Menschen in Bewegung, flüchtige Momente und das Zusammenspiel von Architektur und Natur. Fotografien ermöglichen es uns, Augenblicke einzufangen, sie zu bewahren, später wiederzufinden und neu zu betrachten.



Mit der Re-Fotografie gehen wir noch einen Schritt weiter. Wir suchen gezielt die Perspektiven vergangener Fotografen auf, stellen uns an denselben Ort und vergleichen: Was ist geblieben? Was hat sich verändert? Und was geschah zwischen diesen beiden Aufnahmen? Welche Geschichten erzählen die Bilder über die Region und ihre Bewohner?

Dieses Mal nehmen wir Dich mit nach Stockholm. Wir zeigen dir, wie sich Schwedens charmante Hauptstadt im Laufe der Zeit gewandelt hat und wie Du durch diesen Blickwinkel nicht nur bekannte Sehenswürdigkeiten, sondern auch verborgene Pfade, überraschende Details und die weniger bekannten Geschichten der Stadt entdecken kannst.



Riddarhuset 1914 und heute

Sepia photo of a grand neoclassical building with columns and a statue in front, people walking nearby
Historic stone building with green roof and columns, lit at dusk with cones and barriers in front

Etwas abseits der üblichen Touristenpfade in Stockholms Altstadt liegt das Ritterhaus (Riddarhuset). Das Gebäude wurde zwischen 1641 und 1672 errichtet und diente bis 1866 als Versammlungssaal des schwedischen Adels. Noch heute trifft sich die schwedische Ritterschaft alle drei Jahre zu ihren ordentlichen Sitzungen.



Doch nicht nur das: Auch die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften sowie die Akademie für Literatur, Geschichte und Kunstdenkmäler nutzen den Rittersaal regelmäßig für feierliche Anlässe. Wer sich für schwedische Geschichte interessiert, sollte diesen Ort unbedingt besuchen. Während der Öffnungszeiten kannst du das Ritterhaus besichtigen, den prachtvollen Saal bewundern und die Wappen des schwedischen Adels vom Mittelalter bis heute entdecken. Trotz seiner Bedeutung gilt das Adelshaus als kleiner Geheimtipp, denn viele Besucher gehen achtlos daran vorbei.

Beim Vergleich der historischen Aufnahme von 1914 mit der heutigen Ansicht fällt auf, wie erstaunlich gut das Gebäude erhalten ist. Es sind kaum Veränderungen zu erkennen; lediglich die Einzäunung ist hinzugekommen. Rechts neben dem Gebäude steht noch immer die Statue von Gustav Vasa, die an den ersten schwedischen König erinnert, der von 1523 bis 1560 regierte.



Die Königsstraße 1970 und heute

Sepia-toned city street with pedestrians, cars, and an arched bridge between tall buildings
Empty cobblestone street with a large stone arch bridge between buildings on an overcast city morning

Die Kungsgatan, auch „Königsstraße“ genannt, zählt bis heute zu den wichtigsten und lebendigsten Einkaufsstraßen im Herzen von Stockholm. Mitten in Norrmalm ragen die markanten Kungstornen auf: Es sind zwei Wolkenkratzer, die der Straße seit über hundert Jahren ihr unverwechselbares Gesicht verleihen.



Die historische Aufnahme aus dem Jahr 1970 zeigt die Türme in ihrer damaligen Umgebung: das Norra Kungstornet und das Södra Kungstornet. Der nördliche Turm ist 60 Meter hoch, erstreckt sich über 16 Stockwerke und wurde zwischen 1919 und 1924 errichtet. Architektonisch orientierten sich die Bauwerke an amerikanischen Vorbildern. Es war ein mutiger, moderner Schritt für die Zeit. Verbunden sind die beiden Gebäude durch eine Fußgängerbrücke, die quer über die Kungsgatan führt und bis heute ein beliebtes Motiv für Fotografen ist.

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Auch wenn die Türme selbst nicht öffentlich zugänglich sind, da sie als Büroflächen genutzt werden, lohnt sich dennoch ein Besuch fotografisch auf jeden Fall. Die Brücke bietet einen hervorragenden Blick entlang der Straße, besonders zum Sonnenuntergang, wenn das Licht tief zwischen den Fassaden fällt. Entlang der Kungsgatan eröffnen sich zudem immer wieder neue Perspektiven auf die Türme, die sich perfekt für ausdrucksstarke Skyline-Aufnahmen eignen.


Im direkten Vergleich der beiden Fotos werden feine, aber interessante Veränderungen sichtbar: Die Uhr auf der rechten Seite ist verschwunden, ebenso die Schriftzeichen, die einst links am Turm angebracht waren. Die Straßenmarkierungen wirken heute moderner und klarer. Und doch hat diese Ecke ihren Charakter bewahrt. Der Stil von damals ist spürbar geblieben, nicht zuletzt durch die Neonlichter der umliegenden Geschäfte, die dem Ort bis heute einen dezenten Retro-Charme verleihen.



Orfeusbrunnen 1970 und heute

Sepia city square with a bare tree sculpture, a building facade, and a few pedestrians below
Bronze fountain sculpture in a city square, with a large building and pedestrians in the background

Direkt vor den Treppen des Konzerthauses am Hötorget Platz steht der Orfeusbrunnen, geschaffen vom schwedischen Bildhauer Carl Milles. Seit 1936 prägt diese Brunnenanlage den Platz vor dem Konserthuset und verbindet Kunst, Musik und Architektur auf besondere Weise.



Die zentrale Figur zeigt Orpheus aus der griechischen Mythologie, den größten Musiker und Dichter der Antike, dessen Spiel selbst Steine und Menschen in Trance versetzt haben soll. Rund um den Sockel gruppieren sich neun kleinere, nackte Gestalten, acht Männer und eine Frau, die wie gebannt der Musik lauschen. Eine der männlichen Figuren trägt die Gesichtszüge von Ludwig van Beethoven. Der Künstler wollte damit verdeutlichen, dass große Musik zeitlos ist und die Seelen der Menschen über Jahrhunderte hinweg berührt.

  • Tipp! - Wer sich für klassische Architektur, Musikgeschichte und besondere Innenräume interessiert, sollte das Konserthuset unbedingt besuchen. Neben den regelmäßig stattfindenden Konzerten werden Führungen angeboten, bei denen man spannende Einblicke in die Geschichte und Bedeutung des Gebäudes erhält. Dabei besichtigt man auch den großen Saal, in dem jedes Jahr im Dezember die feierliche Verleihung der Nobelpreise stattfindet. Im Sommer gibt es zudem häufig kostenlose Mittagskonzerte von Musikstudenten in der Lobby.

Die Aufnahme selbst zeigt allerdings nur einen Teil der Szenerie: rechts die charakteristischen Säulen des Konzerthauses. Die gewählte Perspektive lenkt den Blick vielmehr auf das Gebäude hinter den Skulpturen. Dieses Haus hat ebenfalls eine interessante Geschichte. Ursprünglich trug es den Namen „Tempohuset“, benannt nach der damaligen Kaufhauskette Tempo, der Schriftzug ist auf der älteren Aufnahme noch gut zu erkennen.


Heute befindet sich dort die Kungshallen, eine bekannte gastronomische Institution und einer der ersten modernen Food Courts Stockholms. Auf zwei Etagen verteilen sich rund 15 internationale Restaurants. Direkt am Hötorget gelegen, ist dieser Ort ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Wer also hier unterwegs ist, kann die Gelegenheit perfekt nutzen, eine Pause einzulegen und die besondere Atmosphäre dieses Ortes auf sich wirken zu lassen.



Nybroviken 1970 und heute

Vintage ferryboat on a river, with historic buildings along the waterfront in the background
Turquoise ferry on a harbor with waterfront buildings and clear blue sky

Dieser Fotovergleich eröffnet den Blick über den Nybroviken. Aufgenommen von Nybrohamnen aus, dort, wo die Fähre zwischen Slussen und Djurgården verkehrt. Im Hintergrund ziehen sich die eleganten Häuserfassaden der Strandvägen entlang des Wassers, rechts erhebt sich das markante Gebäude des Nordischen Museums.



Nybroviken ist seit jeher ein wichtiger Knotenpunkt für den Schiffsverkehr. Damals wie heute legen hier mehrere Linien und Ausflugsboote ab, die Einheimische und Besucher hinaus in die Schärenwelt Stockholms bringen. Von hier starten Fähren in Richtung Altstadt, nach Djurgården und weiter hinaus in den Archipel.

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Stockholm ist von über 30.000 Inseln umgeben, die sich ideal vom Wasser aus entdecken lassen. Eine besonders spannende Möglichkeit bietet seit Herbst 2024 der Stockholm Archipelago Trail. Dieser Fernwanderweg kombiniert Inselhopping mit ausgedehnten Wanderetappen durch eine der größten Schärenlandschaften der Welt und wurde bereits kurz nach seiner Eröffnung von National Geographic zu einem der besten Reiseziele für 2025 gekürt. Das Faszinierende daran: Man fühlt sich mitten in unberührter Natur und ist doch nie ganz weit von der schwedischen Hauptstadt entfernt.

  • Tipp! - Für den Einstieg eignen sich Inseln wie Grinda oder Ålö. Beide sind landschaftlich besonders reizvoll, gut erreichbar und touristisch so erschlossen, dass man die Ruhe der Natur genießen kann, ohne auf grundlegende Infrastruktur verzichten zu müssen.



Rathausplatz 1973 und heute

Sepia city park with a river, bridge, buildings, and trees in the foreground
Snowy waterfront park with a city skyline and Swedish flags across the water

Das Rathaus von Stockholm könnte kaum malerischer liegen. Direkt am Ufer des Riddarfjärden erhebt sich der markante Backsteinbau aus dem Jahr 1923. Entworfen wurde das Gebäude von Ragnar Östberg, der sich bewusst für den roten Ziegel entschied, um an den traditionellen schwedischen Baustil zu erinnern und dem Bauwerk zugleich eine warme, zeitlose Ausstrahlung zu verleihen.



Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn das Rathaus nicht ganz optimal an das öffentliche Bahnnetz angebunden ist. Zwar gibt es die U-Bahn-Station „Rådhuset“, doch von dort sind es noch etwa 15 Minuten zu Fuß bis zum Rathausplatz. Bei gutem Wetter empfiehlt es sich daher, die Öffnungszeiten vorher zu prüfen und den Spaziergang bewusst einzuplanen.

Auf dem Motiv ist links das Denkmal für Engelbrekt Engelbrektsson zu sehen, einen schwedischen Nationalhelden des 15. Jahrhunderts. Engelbrektsson war Adliger und Anführer des Engelbrekt-Aufstands, der als Symbol für schwedische Unabhängigkeit und den Widerstand gegen Fremdherrschaft gilt.


Gerade bei gutem Wetter ist dieser Ort ideal, um zu verweilen, den Blick über das Wasser schweifen zu lassen und stimmungsvolle Fotos aufzunehmen; besonders zum Sonnenuntergang. Während auf der älteren Aufnahme Menschen in der Sonne sitzen, den Ausblick genießen und Kinder auf dem Platz spielen, zeigte sich Stockholm bei unserem Besuch im April von seiner raueren Seite: Regen, Wind und eine fast dramatische Stimmung, die dem Ort jedoch eine ganz eigene Atmosphäre verlieh.



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Für Fragen oder Konflikte im Zusammenhang mit Urheberrechten kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail. Alle neuen Aufnahmen sind unser Eigentum und wurden von uns erstellt. Eine Nutzung ohne unsere ausdrückliche Genehmigung ist nicht gestattet. Die historischen Aufnahmen stammen aus Fortepan und sind mit der Public Domain Mark (Signaturen 154148; 206369; 206374; 206371;101424) gekennzeichnet.


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