Das perfekte Wochenende in der Alpenhauptstadt Innsbruck
Tipps, Programme und Sehenswürdigkeiten für ein Wochenende in Innsbruck

Dieser Artikel meldet sich aus der malerischen Hauptstadt der Alpen: Innsbruck.
Wenn wir uns auf Reisen begeben, wollen wir stets abseits der Touristenströme den wahren Kern unserer aktuellen Destination kennenlernen und das Lebensgefühl ihrer Bewohner gewissermaßen nachempfinden. Das war auch in Innsbruck nicht anders. Wir wollten sehen, wie die Hauptstadt der Alpen sich selbst wahrnimmt. Was macht Innsbruck aus? Die Natur mit der omnipräsenten Traumlandschaft der Alpen? Die Geschichte mit Andreas Hofer am Bergisel? Der Sport mit Jubeln und Geschwindigkeit auf der Skisprungschanze? Die Tradition mit den Klang- und Tanzwelten der Alpen? Die absolute Freiheit am Top of Innsbruck? Die Kultur inmitten der bedeutenden Kunstsammlungen der Renaissance? Innsbruck ist ein Stück von allem – ganz ohne Hektik oder Touristenmassen.
Innsbruck ist zwar nur die fünftgrößte Stadt Österreichs, kann es aber wahrlich mit Touristenmagneten wie Wien oder Salzburg aufnehmen. Während diese Ziele je nach Jahreszeit hoffnungslos überfüllt sind und oft hektisch wirken, präsentiert sich die Hauptstadt der Alpen offen und vor allem ruhig. Innbruck ist ein perfekter Slow-Travel-Zielort! Wir haben in Innsbruck inmitten des Winters ein komplettes Wochenende verbracht und neben dem weltberühmten Goldenen Dachl samt Altstadt oder der bunten, bilderbuchreifen Häuserreihe am Inn auch die gotische Hofkirche mit dem Grab Kaiser Maximilians I. – dem eigentlichen Begründer der Großmacht Österreich – besichtigt. Unser Hauptaugenmerk lag aber auf den feinen „Puzzle“-Teilen der Stadt aus den Bereichen der Tradition, Kultur, Natur sowie Geschichte und unsere gesammelte Erfahrung, das Gesamtbild von Innsbruck, war einfach wunderschön!
In diesem Reisebericht zeigen wir, wie Du das perfekte Winter-Wochenende in Innsbruck gestalten und dabei vielfach mehr erleben kannst als nur das Goldene Dachl. Mit unseren Tipps sind Abenteuer, Staunen und Lebensfreude in Innsbruck garantiert.
Bereits unmittelbar nach unserer Ankunft am Hauptbahnhof Innsbruck lag etwas Besonderes in der Luft – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die klare Bergluft war sofort spürbar. Die Menschen auf den Straßen schienen ihren Alltag bewusster zu erleben, als wir es aus anderen österreichischen Städten kannten. Trotz geschäftigen Treiben wirkte nichts hektisch; alles hatte eine angenehme Leichtigkeit. Es war, als würden die allgegenwärtigen Berge eine ruhige Gelassenheit ausstrahlen, die sich auf die Stadt und ihre Bewohner überträgt.
Innsbruck ist: Geschichte – Ein Faszinierendes 5D-Erlebnis in Experience Tirol

Ein perfekter Einstieg in unsere Entdeckungsreise in Innsbruck war der Besuch der Experience Tirol gleich am ersten Tag. Dieses 5D-Erlebnis befindet sich im oberen Stockwerk des Kaufhauses „Tyrolia“. In einem kompakten, einstündigen, aber intensiven Rundgang – der zugegeben tief berührte – bekamen wir durch Virtual-Reality-Elemente und interaktive Stationen erste Einblicke in die Geschichte des Landes. Dabei wurden alle Sinne bewusst angesprochen. Uns wurde schnell deutlich, welche zentrale Rolle die Berge im Leben der Tiroler spielen, wie stark Musik und Brauchtum in ihrem Alltag verankert sind und welche Persönlichkeiten die Tiroler Geschichte bis heute prägen.

Ganz gelungen fanden wir die Idee, die Geschichte des Landes durch die Augen einer Tiroler Familie zu erzählen. Als „Gäste“ dieser Familie wurden wir durch verschiedene Räumlichkeiten ihres Heims geführt und dabei immer wieder von den Hologrammen eines heimatliebenden, aber auf die Karriere gerichteten Vaters und seiner rebellischen, aber wortgewandten Tochter angesprochen. Was eine Kutschenfahrt mit Kaiser Maximilian, ein Flug über das Inntal oder die Hitze der Schlacht am Bergisel 1809 miteinander verbindet? – Das immersive Erlebnis Experience Tirol.
- Funfact! – Das Haus unserer Tiroler Gastfamilie mit dem Chalet-Stil ist absolut beeindruckend und ein echter Blickfang!
Innsbruck ist: Tradition – Tiroler Abend mit der Familie Gundolf

Den ersten Abend wollten wir bewusst der regionalen Musik und Kultur widmen. Umso mehr freuten wir uns, auf das Angebot der Familie Gundolf zu stoßen, die seit einem guten halben Jahrhundert regelmäßig Tiroler Abende mit traditionellen Klängen, Tänzen und Spezialitäten aus der Region veranstaltet. Unweit der Innsbrucker Altstadt, im sogenannten Alpensaal an der Messe Innsbruck, steht einem unverfälschten Tiroler Abend nichts mehr im Wege.

Das zusammengestellte Programm hat uns mit seinem abwechslungsreichen, aber bewusst logisch aufgebauten Konzept sofort überzeugt: Tänze, musikalische Segmente, Gesang – darunter das legendäre Jodeln –, gepaart mit Lederhosen und prachtvollen Dirndln hatten es in sich. Auch wenn das Programm in erster Linie von Besuchern Innsbrucks besucht wurde, war es dennoch etwas ganz Besonderes, die Traditionen direkt von Menschen aus der Region präsentiert zu bekommen. Gemeinsam mit Touristen aus aller Welt klatschten, lachten und staunten wir über die Darbietungen. Es herrschte eine warme, verbindende Atmosphäre, die wieder einmal gezeigt hat, dass Musik Menschen aus unterschiedlichen Ländern verbinden kann – eine Erfahrung, die unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern deutlich übertroffen hat.
- Funfact! – Am Ende der Show macht die Familie Gundolf eine kleine Geste mit großer Wirkung: sie spielt jedem Gast Klänge aus dem Heimatland und sorgt dadurch für eine echte (Welt-)Volksfestdtimmung.
Innsbruck ist: Der Freiheitskämpfer Andreas Hofer – Das Tirol Panorama mit Kaiserjägermuseum

Tirol wäre ohne den Freiheitskämpfer Andreas Hofer wahrscheinlich ein anderes Tirol, als das wie wir es kennen. Das berühmte Schlachtfeld von 1809 am Bergisel liegt dem Besucher quasi direkt zu Füßen. Von der Innenstadt aus ist dieser geschichtsträchtige Ort mit der Straßenbahn überraschend schnell und vor allem bequem zu erreichen. Hoch über der Stadt steht das Denkmal von Andreas Hofer, und direkt daneben befindet sich der Museumskomplex Tirol Panorama mit dem Kaiserjägermuseum.
Wir fanden die Kombination aus Alt (Museum) und Neu (Panorama) absolut beeindruckend. Im historischen Gebäude des Kaiserjägermuseums ist das Regimentsmuseum der nicht minder legendären Tiroler Kaiserjäger beheimatet. Auf verschiedenen Etagen werden Waffen, Uniformen und Porträts präsentiert, die über die Regimentsgeschichte erzählen. Ganz spannend sind die Beutestücke, darunter eine französische La-Hitte Kanone oder die Sänfte (Tragsessel) des Revolutionärs Garibaldi, welche von den Kaiserjägern erbeutet wurde (1866).

Das Highlight dieser Geschichtsrunde ist zweifelsohne das riesige Rundgemälde, welches die dritte Schlacht am Bergisel 1809 zeigt. Es bietet einen „Rundumblick“ auf das Schlachtgeschehen, als Tiroler Aufständische den Kampf mit den bayerischen Besatzern aufnahmen.
- Schon gewusst? – Mit einer bemalten Fläche von 996 m2 und einem Gesamtgewicht von ca. 1200 Kilogramm ist das Innsbrucker Riesenrundgemälde wahrlich ein Blickfang!
Innsbruck ist: Sport – Skispringen beobachten am Bergisel

Nur einen Katzensprung vom Schlachtfeld 1809 entfernt öffnete sich eine ganz andere Perspektive vor unseren Augen. Die Sprungschanze am Bergisel war Heimat dreier Olympischen Winterspiele und bietet in der Tat ein besonderes Erlebnis. Schon der Ausblick auf Innsbruck nimmt jedem Besucher den Atem. Banal, aber wahr: solche Augenblicke muss man einfach erlebt haben.
Das Herzstück des Areals ist die Bergiselschanze aus dem Jahr 1964. Allerdings ist dies nicht die erste Schanze am Bergisel, denn bereits 1927 gab es hier das erste Springen. Oben im Schanzturm befindet sich das Restaurant Bergisel Sky, das seinen Gästen nicht nur einen Panoramablick, sondern auch eine kurze Ruhepause bietet. Gefahren sind wir mit dem sogenannten Schrägaufzug, welcher eine gläserne Seilbahn ist und Besucher wie Skispringer zum Turm befördert.

Apropos Skispringer: Mit etwas Glück erlebt man hier auch echtes Skisprung-Feeling, wenn junge Sportler Training haben. Dieses Glück konnten wir hautnah erleben. Mit über 90 km/h rasten die Skispringer an uns vorbei; nur ein Bruchteil der Sekunde und schon sprangen sie mit dem grandiosen Blick auf Innsbruck im Hintergrund, um wieder unseren Augen zu entschwinden.
Innsbruck ist: Natur – Fahrt mit den Nordkettenbahnen zu Top of Innsbruck

Die hochalpine Landschaft mit den schneebedeckten Bergen ist in Innsbruck, wenig überraschend, das A und O. Hoch über der Stadt erhebt sich die majestätische Nordkette. Schon am zweiten Tag unseres Aufenthalts haben wir uns dazu entschlossen, das „Top of Innsbruck“ aus der ersten Reihe zu betrachten. Die Nordkette wird von den Innsbrucker Nordkettenbahnen erschlossen. Im Grunde genommen sind das gleich drei separate Sektionen und alle haben selbstverständlich Ihre Highlights.
Die erste Sektion ist eine Gleisseilbahn die Innsbrucker Innenstadt mit Hungerburg (daher der Name Hungerburgbahn). Schon architektonisch und technisch ist diese Sektion eine wahre Meisterleistung. Wir sind bereits in mehreren Ländern, darunter in Österreich, mit Seilbahnen gefahren, die Hungerburgbahn hat uns allerdings geradezu umgehauen: moderne sektionsweise bewegliche Bahnkästen, futuristische Haltestellen und eine flotte Höhenüberwindung.
- Schon gewusst? – Die alte Hungerburgbahn fuhr etwas östlicher der jetzigen Neubaustrecke aus dem Jahr 2007. Die alte Hungerburgbahn und ihre Talstation sind bis heute erhalten und können von der Mühlauer Brücke aus bewundert werden.

Die zweite Sektion (Seegrubenbahn) ist eine klassische Hängeseilbahn und befördert Fahrgäste bis zur Seegrube (1905m). Die Etappe ist übrigens trotz der großen Höhe nicht steil und ist auch für Menschen mit leichter bis mittlerer Höhenangst geeignet. Die letzte Sektion, die wir allerdings aufgrund starken Schneefalls auslassen mussten, führt zum Hafelekar auf 2256m (Hafelekarbahn).
- Tipp! – Hinter der Station Seegrube konnten wir kostenlos Schneerutschen probieren und die Winterlandschaft in vollen Zügen genießen. Im Sommer hingegen dominiert die Wanderlust, die wir auf jeden Fall probieren möchten!
Der Alpenzoo in Innsbruck – der höchstgelegene Tiergarten Europas

Neben einer vielfältigen Flora verfügen die Alpen auch über eine beeindruckende Faunawelt. Direkt am Fuß der Nordkette haben wir den höchstgelegenen Tiergarten Europas, den Alpenzoo Innsbruck, besucht. Hier leben auf etwa 750 m Höhe rund 2.000 Alpentiere in ihrer natürlichen Umgebung. Für den Rundgang bei leichtem Schneefall haben wir etwa 1,5 Stunden gebraucht. Auch die Wege waren gut beschildert, sodass wir uns problemlos zurechtfinden konnten.

Besonders entzückend fanden wir die Elche, die sich trotz ihrer Größe sehr ruhig verhielten, so dass wir sie gut beobachten konnten. Insgesamt wirkten die Gehege auf uns schön und naturnah gestaltet, und man merkte, dass der Zoo laufend erweitert und verbessert wird. Übrigens waren auch bei dem schlechten Wetter viele Tiere zu sehen, was den Besuch überraschend lebendig gemacht hat. Gerade weil es sich um typische Alpentiere handelt, schien ihnen der Schnee überhaupt nichts auszumachen, ganz im Gegenteil.
Innsbruck ist: Kultur – Renaissancen-Sammlung im Schloss Ambras

Das Schloss Ambras liegt im Südosten von Innsbruck und ist von einem weitläufigen Schlosspark umgeben, der zu jeder Jahreszeit eine willkommene Ablenkung von der Stadt hin zur Park- bzw. Gartenanlage darstellt. Organisatorisch dem Wiener Kunsthistorischen Museum unterstellt, beherbergt das Schloss Ambras eine der bedeutendsten Sammlungen der Renaissance.

Unseren Rundgang begannen wir im sogenannten Unterschloss, wo wir zunächst durch die Gänge einer großen Waffen- und Ausrüstungssammlung schritten, um anschließend die Kunst- und Wunderkammer von Ferdinand II. zu besichtigen. Das obere Schloss bietet mit dem berühmten Spanischen Saal aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein echtes Highlight, ebenso die Hl. Nikolauskapelle. Absolut faszinierend fanden wir die aufwendig gemalten ganzfiguralen Porträts im großen Saal sowie die Glasmalerei in der Kapelle.

- Gut zu wissen: Zur Weihnachtszeit und noch in den Tagen nach Silvester sind in der Märchengasse lebensgroße Märchenfiguren zu bewundern. Seit 1998 kann man hier Frau Holle, Rapunzel und viele weitere Figuren an den Häuserfassaden entdecken. Durch diese Initiative entstanden zahlreiche Märchenpatenschaften, die den Märchenzauber jedes Jahr aufs Neue zum Leben erwecken. Mehr dazu findest du auf der Kunst & Kultur-Seite von Innsbruck.
Lohnt sich eine Reise nach Innsbruck? Unser Fazit

Was hatten wir von Innsbruck erwartet? Zunächst entspannte Spaziergänge und die klare Bergluft. Tatsächlich überraschte uns Innsbruck mit seiner Authentizität, den vielfältigen Angeboten und der wunderschönen Naturlandschaft. Unsere Antwort ist eindeutig: Ja – Innsbruck lohnt sich! Die Gastfreundschaft der Menschen und das Bewusstsein für Geschichte und Kultur haben uns inspiriert und wir können sicher sagen, dass wir die schöne Alpenhauptstadt noch einmal besuchen werden!
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