Kopenhagen: Sehenswürdigkeiten damals und heute

Unsere Vorher-Nachher Vergleiche zeigen Kopenhagen im Einst & Jetzt

Colorful waterfront buildings and sailboats lined along a busy harbor under a blue sky

Entdecke die dänische Hauptstadt mit unserem historischen Foto-Guide.

Durch unsere Re-Fotografie-Projekte lernen wir Reiseziele auf eine für uns besonders kreative Weise kennen und verstehen dadurch die lokale Geschichte und Kultur besser. Oft entdecken wir neben den bekannten Motiven auch versteckte Gassen oder abgelegene Orte, auf die wir sonst nie aufmerksam geworden wären. Das Vergleichen von Alt und Neu ist oftmals auch für Kenner der Region faszinierend, und obwohl manches bei vielen Motiven gleich scheint, wirken sie dennoch anders.



Kaum eine Stadt verkörpert diesen spannenden Kontrast zwischen Vergangenheit und Gegenwart so sehr wie Kopenhagen. Das Stadtbild ist geprägt von farbenfrohen Giebelhäusern, schmalen Gassen und historischen Hafenanlagen, die an die lange Handels- und Seefahrtstradition Dänemarks erinnern. Gleichzeitig gilt die dänische Hauptstadt als Vorreiter moderner, nachhaltiger Architektur und innovativer Stadtplanung.

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Zwischen Backsteinfassaden, königlichen Plätzen und Wasserkanälen entstehen zeitgenössische Gebäude aus Glas, Stahl und Holz, die sich harmonisch in das Stadtbild einfügen. Breite Radwege, moderne Uferpromenaden und durchdachte öffentliche Räume zeigen, wie stark hier Lebensqualität, Umweltbewusstsein und Design miteinander verbunden werden.



So entsteht in Kopenhagen ein Stadtbild, in dem Tradition nicht bewahrt wird, indem sie stehen bleibt, sondern indem sie sich stetig weiterentwickelt. In diesem Artikel nehmen wir dich mit auf eine kleine Zeitreise und vergleichen bekannte Sehenswürdigkeiten Kopenhagens auf historischen und heutigen Fotografien; inklusive eines echten Geheimtipps abseits der klassischen Touristenpfade.

Kopenhagener Rathausplatz 1939 und heute

Crowded bicycle parking in front of a historic brick building with a tall clock tower
Historic red-brick city hall at sunset, with bicycles and people in the foreground.

Der Rathausplatz im Herzen Kopenhagens ist der perfekte Ausgangspunkt für entspanntes Stadtbummeln. Von hier aus erreicht man den berühmten Vergnügungspark Tivoli ebenso bequem zu Fuß wie die bekannte Einkaufsstraße Strøget. Dank der hervorragenden Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist der Platz eine zentrale Anlaufstelle in Kopenhagen.


Das imposante Gebäude des Kopenhagener Rathauses wurde zwischen 1893 und 1905 im nationalromantischen Stil erbaut. Der große, belebte Vorplatz dient nicht nur als Veranstaltungsort, sondern auch als beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher gleichermaßen.

  • Tipp! – Das Rathaus kann kostenlos besichtigt werden. Darüber hinaus werden spezielle Führungen angeboten, bei denen sogar die berühmten Rathaus-Pfannkuchen serviert werden. Diese Touren finden meist nur an bestimmten Wochentagen statt und sind aufgrund des exklusiven Imbisses deutlich teurer als die regulären Führungen. Ein Blick auf die offizielle Website lohnt sich daher auf jeden Fall.

Der Vergleich zwischen dem historischen Foto aus dem Jahr 1939 und der heutigen Aufnahme zeigt, dass Fahrräder schon damals sichtbar zum Stadtbild Kopenhagens gehörten. Ihren großen Aufschwung erlebte die Fahrradkultur allerdings erst ab den 1970er-Jahren. Die Ölkrise, ein wachsendes Umweltbewusstsein und der Wunsch nach lebenswerteren Städten führten dazu, dass Kopenhagen den Autoverkehr zunehmend zurückdrängte und massiv in die Fahrradinfrastruktur investierte. In den folgenden Jahrzehnten entstanden breite Radwege, sichere Kreuzungen und sogar eigene Brücken für Radfahrende.


Bis heute ist diese Entwicklung überall sichtbar: Der Platz vor dem Rathaus wird intensiv als Fahrradabstellfläche genutzt, wobei sogar der U-Bahnhof über einen großen Abstellraum verfügt. Das war für uns eine willkommene Überraschung und dadurch verstanden wir auch, welchen Stellenwert nachhaltige Mobilität in Kopenhagen besitzt. Für Besucher ergibt sich daraus zugleich eine der schönsten Möglichkeiten, die Stadt authentisch, entspannt und umweltfreundlich zu entdecken, nämlich ganz einfach auf zwei Rädern.



Die kleine Meerjungfrau 1961 und heute

Silhouette of a seated statue by the water with cranes and ships in the background
Bronze mermaid statue on a rock by the water with an industrial shoreline in the background

Wer kennt sie nicht? Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit Kopenhagens: die kleine Meerjungfrau. Die Skulptur wurde vom Bildhauer Edvard Eriksen entworfen und 1913 aufgestellt. Gestiftet wurde sie von Carl Jacobsen, dem Sohn des Carlsberg-Gründers J. C. Jacobsen. Die Figur aus Bronze und Granit ist inspiriert von Hans Christian Andersens weltberühmtem Märchen über die Meerjungfrau.



Viele Besucher und auch manche Einheimische haben allerdings gemischte Gefühle gegenüber der Statue. Oft wird sie als kleiner als erwartet beschrieben oder aufgrund der großen Besucherzahlen als weniger spektakulär wahrgenommen. Dennoch lohnt sich der Weg dorthin; vor allem wegen des schönen Spaziergangs entlang des Wassers. Gerade bei gutem Wetter lässt sich die Umgebung wunderbar erkunden, und die Meerjungfrau bietet aus verschiedenen Perspektiven reizvolle Fotomotive. Deutlich stimmungsvoller wird es früh am Morgen oder zum Sonnenuntergang, wenn weniger Menschen vor Ort sind.

Bei unserem Besuch im April zeigte sich Kopenhagen tagelang von seiner stürmischen Seite. Entsprechend konzentrierten wir uns beim Fotografieren mehr darauf, nicht von den starken Böen überrascht zu werden, als auf technische Perfektion. Erst später fiel uns auf, dass wir die Horizontlinie etwas vernachlässigt hatten. Das war ein kleiner Fehler, über den wir uns im Nachhinein dennoch durchaus geärgert haben. Gleichzeitig gehört genau das irgendwie zur Re-Fotografie dazu. Nicht jedes Bild wird perfekt, aber jedes erzählt seine eigene Geschichte. Und vielleicht ist das einfach ein guter Grund für uns, die kleine Meerjungfrau irgendwann noch einmal zu besuchen.

Drachenbrunnen & Richshuset am Rathausplatz 1961 und heute

Sepia city square with a fountain sculpture and busy pedestrians beside old buildings
Crowded city square at sunset with pedestrians, modern buildings, and a white truck in the foreground

Wer in die Welt von Märchen und Fabelwesen eintauchen möchte, ist in Kopenhagen genau richtig. Überall in der Stadt begegnet man Geschichten, Symbolen und Legenden, die nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene faszinieren.


Ein gutes Beispiel dafür ist der Drachenbrunnen am Rathausplatz, der einen Stier im Kampf mit einem Drachen darstellt. Der Brunnen wurde ursprünglich 1904 eingeweiht und 1908 durch ein äußeres Becken ergänzt. Als wir die Re-Fotografie umsetzen wollten, stellten wir jedoch schnell fest, dass die Perspektive nicht mehr mit dem historischen Bild übereinstimmte. Nach kurzer Recherche wurde klar: Der Standort hatte sich im Laufe der Zeit verändert. Um den direkten Vergleich zwischen damals und heute möglichst authentisch zu halten, entschieden wir uns bewusst dafür, denselben Standpunkt wie der Fotograf der historischen Aufnahme einzunehmen.



Der Drachenbrunnen steht zwar weiterhin am Rathausplatz, wurde jedoch im Laufe der Zeit mehrfach leicht versetzt. Gründe dafür waren unter anderem der Bau der Metro, Restaurierungsarbeiten und archäologische Ausgrabungen. Seit 2023 befindet sich der Brunnen an seinem heutigen Standort.

  • Tipp! – Nur wenige Schritte vom Rathausplatz entfernt befindet sich das Hans Christian Andersen Experience. Die interaktive Ausstellung widmet sich dem Leben und der Märchenwelt des berühmten dänischen Dichters. Statt klassischer Museumsvitrinen erwartet Besucher hier ein atmosphärischer Rundgang mit Licht- und Soundeffekten.
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Der markanteste Unterschied zwischen den beiden Aufnahmen sind die zwei runden Gebäude, die heute zwischen den umliegenden Häusern stehen und auf der historischen Fotografie noch nicht existierten. Dadurch wirkt der Rathausplatz heute deutlich dichter bebaut und moderner als noch in den 1960er-Jahren.


Das markante Richshuset am Kopenhagener Rathausplatz auf dem Foto rechts (Rådhuspladsen) zählt zu den bekanntesten Bauten der dänischen Hauptstadt. Das zwischen 1934 und 1936 nach Entwürfen des Architekten Alf Cock-Clausen errichtete Haus gilt als eines der wenigen konsequenten Art-déco-Bauwerke Dänemarks. Seinen Namen verdankt das Eckgebäude der Firma C. F. Rich & Sønner, einem damals bedeutenden Hersteller von Kaffeeersatz, der hier über viele Jahre seinen Hauptsitz hatte. Die ikonische „Richs“-Leuchtreklame prägte lange Zeit das nächtliche Stadtbild und ist auf zahlreichen historischen Aufnahmen gut zu erkennen. Wer auf dem alten Foto genau hinsieht, entdeckt den Schriftzug noch deutlich am Turm.


Besondere Bekanntheit erlangte das Gebäude jedoch durch seinen markanten Turm und die dort angebrachten „Vejr Pigerne“, die sogenannten „Wetter-Mädchen“. Die beiden vergoldeten Figuren funktionieren als mechanische Wetteranzeige. Bei schönem Wetter erscheint ein Mädchen auf dem Fahrrad, bei Regen hingegen ein Mädchen mit Regenschirm und Hund. Ergänzt wird das Ensemble durch ein vertikales Neon-Thermometer an der Turmfassade.

Nach einer längeren Pause wurden die Figuren 2024 aufwendig restauriert und zeigen heute wieder den aktuellen Wetterzustand hoch über den Dächern Kopenhagens an.

https://onlines.dk/richshuset/history



Grundtvigskirche 1966 und heute

Vintage street view of the Radcliffe Camera, Oxford, with cars parked along the road
A tall Gothic cathedral viewed from a street lined with parked cars under a clear blue sky.

Wir waren ehrlich überrascht, als wir während unserer Recherche auf die Grundtvigskirche gestoßen sind. Was für ein beeindruckendes Bauwerk! Die Kirche gilt heute als eines der bedeutendsten Beispiele des Backsteinexpressionismus weltweit. Fast das gesamte Gebäude besteht aus gelbem Backstein, der hier zu einer beinahe skulpturalen Architektur verarbeitet wurde. Ein derart monumentales und zugleich modernes Bauwerk hätten wir in Kopenhagen nicht unbedingt erwartet, zumal die Kirche bei vielen Reisenden noch nicht ganz oben auf der Bucket-Liste steht. Für uns war sie definitiv ein unerwarteter Fund und fast schon ein echter Geheimtipp in Kopenhagen.


Der Entwurf stammt vom dänischen Architekten Peder Vilhelm Jensen-Klint, der 1913 einen Architekturwettbewerb gewann. Nach dem Ersten Weltkrieg begann schließlich der Bau: Der Grundstein wurde 1921 gelegt, der Hauptteil der Kirche entstand zwischen 1921 und 1926. Die Einweihung erfolgte schließlich 1927.

Besonders faszinierend ist das Innere der Kirche. Es ist ein Paradebeispiel nordischer Schlichtheit. Statt prunkvoller Verzierungen oder farbenreicher Fresken dominiert hier eine klare, fast minimalistische Formensprache. Die hohen Gewölbe und spitz zulaufenden Pfeiler ziehen den Blick automatisch nach oben und erzeugen eine ruhige, nahezu monumentale Atmosphäre. Durch die hellgelben Backsteine wird das Tageslicht weich reflektiert, wodurch sich die Stimmung im Raum je nach Tageszeit verändert.


Beim Vergleich zwischen der historischen Aufnahme von 1966 und dem heutigen Bild fällt auf, wie wenig sich rund um die Kirche verändert hat. Sowohl das Bauwerk selbst als auch die Umgebung wirken erstaunlich zeitlos. Erst die modernen Autos und Details im Straßenbild verraten, dass inzwischen doch mehrere Jahrzehnte vergangen sind.



Schloss Amalienborg 1966 und heute

Soldiers in ceremonial uniforms stand in formation outside a historic stone building.
Stone building facade with arched and white windows, a lamppost, and a person walking on the sidewalk.

Schloss Amalienborg ist die Stadtresidenz der dänischen Königsfamilie und zählt zu den bedeutendsten Bauwerken des dänischen Rokoko. Die beeindruckende Anlage besteht aus vier nahezu identischen Palais, die sich symmetrisch um einen achteckigen Schlossplatz gruppieren. Zwei der Gebäude können heute von Besuchern besichtigt werden, während das Palais Schack als Wohnsitz der königlichen Familie dient – leicht erkennbar an der gehissten Flagge. Besonders beliebt ist die tägliche Wachablösung der Königlichen Leibgarde um 12:00 Uhr; das Spektakel lockt tagtäglich zahlreiche Besucher auf den Schlossplatz.


Die historische Aufnahme von 1966 zeigt mehrere Damen und Kinder, die gemütlich über den Gehweg spazieren und das Geschehen auf dem Platz beobachten. Eine Gruppe von Gardisten steht vor einer Laterne direkt beim Eingangstor. Auf der heutigen Aufnahme hingegen ist ein einzelner Gardist zu erkennen, der von rechts kommend über den Platz schreitet und seine Kontrollrunde dreht. Der Ort ist somit bis heute Schauplatz derselben Tradition geblieben und zeigt, wie sich königliches Zeremoniell und Stadtbild über die Zeit hinweg kaum verändert haben.



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Alle neuen Aufnahmen sind unser Eigentum und wurden von uns erstellt. Eine Nutzung ohne unsere ausdrückliche Genehmigung ist nicht gestattet. Die historischen Aufnahmen stammen aus Fortepan und sind mit der Public Domain Mark (Signaturen 191575; 42088; 42081; 32684; 85621) gekennzeichnet. Für Fragen oder Konflikte im Zusammenhang mit Urheberrechten kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail.


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