Wochenende in Florenz – Sehenswürdigkeiten und Tipps
Unsere Tipps für ein Wochenende in Florenz

So kannst Du Florenz am Wochenende entspannt zu Fuß erleben.
Florenz ist weit mehr als nur die Hauptstadt der Toskana. Florenz ist ein Lebensgefühl und gewissermaßen die vornehme „Dame“ Italiens. Nichts verkörpert diese Sehnsucht nach Florenz besser als die weithin sichtbare Kathedrale Santa Maria del Fiore mit ihrer unglaublichen hohen Kuppel. Sie wirkt fast wie ein Sinnbild und steht für die Verflechtung von Kunst, Kultur, Reichtum und nicht zuletzt Tradition: Florenz ist der Geburtsort von Dante Alighieri, die Heimat der legendären Medici und die Stadt von Michelangelos David. In der atemberaubend schönen Stadt am Fluss Arno reichen sich in der Tat ein Meisterwerk der Renaissance an das nächste.
Doch der Ruhm hat auch Schattenseiten. Florenz kämpft seit vielen Jahren mit den Folgen des Massentourismus. Stundenlanges Anstehen vor dem weltberühmten Kunstmuseum Uffizien oder an der Kathedrale Santa Maria del Fiore, oft in praller Sonne, gehört mittlerweile zum Stadtbild. Daran ändert auch die Nebensaison wenig, denn Florenz ist das ganze Jahr über stark besucht. Gerade deshalb wird es zur Herausforderung, wenn man lediglich ein Wochenende möglichst entspannt und sinnvoll in der Stadt verbringen möchte.
Wir haben Florenz im Frühjahr besucht und abseits der Besucherströme einige Tage am Arno verbracht. Da wir entschleunigtes Reisen äußerst schätzen, haben wir zu den bekanntesten Touristenattraktion etwas Abstand gehalten und Florenz aus einem anderen Blickwinkel entdeckt. Ganz ohne Touristen geht es natürlich nicht, doch mit der richtigen Planung lässt sich die Stadt durchaus ruhig und genussvoll erleben. In diesem Beitrag stellen wir dir Tipps und Sehenswürdigkeiten für ein entspanntes Wochenende in Florenz vor.
Palazzo Medici – das Machtzentrum von Florenz

Der Palazzo Medici Riccardi ist zwar eine klassische Sehenswürdigkeit in Florenz, aber bei Weitem nicht so überlaufen wie die Kathedrale Santa Maria del Fiore. Der prächtige Renaissancebau aus dem 15. Jahrhundert wurde ursprünglich für Cosimo de‘ Medici und seine Familie erbaut und diente über viele Jahre als Sitz der mächtigen Dynastie. Wer einen Eindruck von der einstigen Größe und dem Einfluss der Medici gewinnen möchte, wird hier schnell fündig.
Neben den üppig eingerichteten Räumlichkeiten und Wohnbereichen fanden wir den quadratischen, auf allen Seiten mit Arkaden umgebenen Innenhof und ganz besonders den angrenzenden Garten mit Orangenbäumen und Skulpturen beeindruckend. Das Ganze hatte eine fantastische Atmosphäre und wir konnten den Garten sogar ganz allein genießen. Nicht zu übersehen ist außerdem die Cappella dei Magi, die private Kapelle der Medici. Sie diente zugleich als repräsentativer Empfangsraum für Gäste und beeindruckt bis heute mit ihren aufwendig gestalteten Fresken.
- Tipp: Es lohnt sich, den Palazzi Medici Riccardi gleich am Vormittag zu besichtigen. Zu dieser Tageszeit ist es relativ ruhig und nicht so warm wie sonst fast immer in Florenz.
Piazza della Signoria – Kunst und Geschichte am Palazzo Vecchio

Der zentrale Platz von Florenz, die Piazza della Signoria, ist neben der Kathedrale die zentrale Anlaufstelle für Besucher und gleichzeitig ein Ort, den man in Florenz unbedingt gesehen haben muss. Es ist kein Hokuspokus, hier muss man einfach durch, dafür wird man aber fürstlich belohnt. Die berühmte David-Statue (eine Kopie des Originals), Herkules und Cacus, der Brunnen des Neptun sowie die beeindruckende Freiluftgalerie der Loggia dei Lanzi sind Höhepunkte für die Sinne. Darüber hinaus kann auch der Innenhof des Palazzo Vecchio kostenlos besichtigt werden. Ähnlich wie beim Palazzo Medici besitzt er eine quadratische Anlage mit eleganten Arkaden
- Gut zu wissen! – Wer sich für die Renaissancearchitektur begeistert, sollte auch den Palazzo Strozzi nicht verpassen. Und ein kleiner Funfact für Gamer: Der Palazzo diente im Videospiel Assassin’s Creed als Wohnsitz der Figur Ezio Auditore.
Giunti Odeon – Kino, Buchhandlung und Café unter einem Dach

Nur einen Katzensprung vom Palazzo Strozzi befindet sich das Kino Giunti Odeon im historischen Palazzo dello Strozzino. Im Inneren verbirgt sich eine Welt, die uns absolut verblüfft hat: Eine Buchhandlung mitten im Cinema-Theater. Der ursprüngliche Palazzo wurde nämlich Anfang des 20. Jahrhunderts in einen (Film-)Theater umgewandelt. Heute verbindet der Ort Kultur, Literatur und Film. Tagsüber kann man kostenlos Platz nehmen, kurze Filmsequenzen anschauen oder einfach durch die vielfältige Buchauswahl stöbern; viele Titel sind auch in verschiedenen Fremdsprachen erhältlich.
Gerade durch dieses ungewöhnliche Konzept wirkt der Ort sehr lebendig und wird auch von jüngeren Generationen gerne besucht. Wer zwischendurch eine entspannte Pause einlegen möchte, findet hier außerdem ein gemütliches Café.
- Gut zu wissen! – Mehr über das Giunti Odeon und das aktuelle Programm erfährst du auf der Webseite des Anbieters.
Mercato Centrale - Eis, Pizza und Mehlspeise für zwischendurch

Florenz ist, wie viele Städte in Italien, auch für seine hervorragende Küche bekannt. Wer jedoch aus zeitlichen oder budgetären Gründen auf eine Bistecca alla Fiorentina verzichten möchte, muss in Florenz trotzdem nicht hungern. Überall in der Stadt finden sich kleine Gaststätten, Bäckereien und Imbisse, die traditionelle Spezialitäten anbieten.
Auf unserem Weg zum Palazzo Pitti auf der anderen Seite des Arno entschieden wir uns für einen kurzen Stopp bei Gino’s Bakery. Neben typischer Pizza al taglio – also Pizza nach Gewicht – gönnten wir uns auch ein paar süße Klassiker wie Cannoli und Cantucci. Gleich nebenan entdeckten wir außerdem Eis aus dem traditionsreichen Eissalon Mancuso Gelati Italiani 1920.
- Tipp! – Typisch für Florenz sind die sogenannten Weinfenster. Es sind kleine Öffnungen in vielen Palästen. Schon seit dem 16. Jahrhundert wurde durch diese Fenster Wein direkt aus den Häusern „kontaktlos“ verkauft.

Auch der Mercato Centrale und seine Umgebung sind ein Paradies für kulinarische Entdeckungen. Hier findet man im Grunde die gesamte Bandbreite der italienischen Küche – von frischer Pasta über Pizza bis zu regionalen Spezialitäten. Perfekt, wenn man sich einfach nach Lust und Laune durchprobieren möchte.
Schönste Aussicht in Florenz: Piazzale Michelangelo
Der Piazzale Michelangelo liegt etwas außerhalb der historischen Innenstadt am südlichen Ufer des Arno. Sowohl bei Touristen als auch bei den Bewohnern der Stadt ist der Platz äußerst beliebt; und das aus gutem Grund. Von hier eröffnet sich ein beeindruckendes Panorama über Florenz. Wer behauptet, hier die schönste Aussicht auf die Stadt zu haben, liegt also keineswegs falsch.

Auch wir haben an diesem Ort den Blick über die Dächer von Florenz genossen. Besonders am Abend ist die Atmosphäre hier einzigartig und der Platz eignet sich hervorragend, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen.
Dazu noch steht am Platz, von zahlreichen Verkaufsständen geradezu belagert, eine weitere David-Statue. Das originale Werk von Michelangelo befindet sich übrigens Galleria dell’Accademia; der David auf Piazzale Michelangelo, aber auch jener auf der Piazza della Signora sind hingegen Kopien.
Ponte Vecchio – der beste Blick auf die Brücke

Die Ponte Vecchio ist nahezu so berühmt wie die Ponte di Rialto in Venedig. Die malerische, von kleinen Geschäften gesäumte Brücke zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Florenz. Dementsprechend voll ist sie auch. Ganz vorweg: ein Spaziergang, oder besser gesagt ein langsames Durchschieben über die Brücke, gehört zwar fast zum Pflichtprogramm, erfordert jedoch etwas Geduld.
Wer die Ponte Vecchio jedoch wirklich genießen und fotografieren möchte, dem empfehlen wir einen kurzen Abstecher zur Ponte Santa Trinita. Von hier aus ist ein wunderbarer Blick auf die berühmte Brücke und ihre charakteristischen Häuser garantiert. Ganz allein ist man hier zwar selten, doch die Perspektive ist die Mühe auf jeden Fall wert.
Piazza di Santa Croce – Dante, Galileo und Michelangelo

Die Piazza di Santa Croce ist im Vergleich zum Areal rund um die Kathedrale etwas ruhiger. Hier herrscht eine lebendige (aber nicht hektische), fast schon marktartige Atmosphäre, und ein Eis oder ein Cannolo lädt dazu ein, eine kurze Verschnaufpause einzulegen.
Besonders empfehlenswert ist auch ein Besuch der Basilika Santa Croce. Sie ist die letzte Ruhestätte mehrerer weltberühmter Persönlichkeiten der Geschichte, darunter Michelangelo Buonarroti und Galileo Galilei. An der nordöstlichen Ecke des Platzes steht außerdem die monumentale Statue von Dante Alighieri, die an den berühmten Dichter und Sohn der Stadt erinnert.
- Tipp! – Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte auch das Archäologische Museum von Florenz sowie die Basilika della Santissima Annunziata besuchen. Beide Orte gehören zu den weniger bekannten, aber sehr sehenswerten Highlights der Stadt.
Der Baum des Friedens erzählt von einer Tragödie

Von den meisten Touristen weitgehend unbeachtet, ist der Baum des Friedens ein eher unbekanntes, aber bewegendes Kunstwerk. Es entstand im Jahr 2004 als Gedenken an einen schweren Bombenanschlag der Mafia. Ende Mai 1993 explodierte eine Autobombe vor dem Torre dei Pulci und riss fünf unschuldige Menschen in den Tod.
Der Baum, dessen Wurzeln symbolisch die ganze Erde umspannen, steht für Frieden, Wachstum und das Leben selbst. Das Kunstwerk ist reich an Symbolik: So wie der Baum seine Äste und Blätter ausbreitet, soll auch der Frieden in der Welt wachsen und sich verbreiten.
- Gut zu wissen: Zum Zeitpunkt unseres Besuchs befand sich das Denkmal unweit der Uffizien, an der Ecke Via Lambertesca / Via dei Georgofili. Inzwischen wurde es jedoch zur Basilika di San Lorenzo verlegt.
Das Wochenende in Florenz – unser Fazit

Florenz überrascht selbst den erfahrensten Italien-Fan mit seinem unvergleichlichen Charme. Kunst, Kultur, Geschichte und Kulinarik sind in dieser Stadt so eng miteinander verwoben, dass man es kaum anderswo findet.
Gleichzeitig bedeutet ein Besuch in Florenz für Touristen auch, Kompromisse einzugehen. Klarerweise kann man stundenlang in der Schlange stehen für die Uffizien oder den Aufstieg auf die Kuppel der Kathedrale di Santa Maria del Fiore. Das ist jedermanns eigene Entscheidung. Doch Florenz hat weit mehr zu bieten. Wir genossen großartige Ausblicke, exzellentes Essen und die reiche historische und kulturelle Tradition der Stadt abseits des Massentourismus. Kleine Geschichten und versteckte, weniger bekannte Orte verliehen unserem Aufenthalt eine besondere Tiefe.
Es gibt in Florenz noch so viel mehr zu entdecken. Dies nehmen wir als Anlass dafür, dass wir diese wunderschöne Stadt am Arno ganz bestimmt wieder besuchen werden.
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