Essen in Berlin: Zwischen Kiezkultur und Hauptstadt-Szene
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Unsere Foodspot-Tipps in Berlin bringen Dich auf eine kulinarische Reise zwischen Kiez-Kultur und Hauptstadt-Szene.
Frau Zeller und die Markthalle Neun

Mit ihren täglich wechselnden Angeboten und Aktionen ist die Markthalle Neun im Kreuzberger Kiez eine erste Anlaufstelle für Foodies und Feinschmecker. Ob Du das bunte Treiben mit den typischen Gerüchen, Geschmäckern und Geräuschen eines Marktes liebst oder lieber in entspannter Atmosphäre einen Kaffee genießt, in der Markthalle Neun kommst Du auf jeden Fall auf Deine Kosten.
Unter der Woche geht es in der historischen Halle eher ruhig zu. Dann findet der sogenannte kleine Markt statt und eignet sich perfekt für einen kurzen Zwischenstopp bei Kaffee und Mehlspeise. Die Markthalle Neun wirkt an diesen Tagen angenehm gelassen und entspannt. Jeden Donnerstag ab dem späten Nachmittag verwandelt sie sich dagegen bis zum Marktschluss in eine pulsierende internationale Genussmeile mit Ständen und Spezialitäten aus aller Welt. Freitags und samstags sorgt schließlich der große Markt für echtes, unverfälschtes Marktfeeling.
- Tipp! In der Markthalle Neun haben sich über die Jahre mehrere Verkaufsstände etabliert, die in der Berliner Food-Szene längst Kultstatus genießen. Dazu gehören etwa das Marktcafé mitten in der Halle oder die mit viel Herz und handwerklichem Können gebackenen Mehlspeisen von Frau Zeller. Anna Zeller gilt zweifelsohne als Back-Ikone und als Vertreterin eines ehrlichen, traditionellen Handwerks. Nach einem Generationenwechsel im Jahr 2023 führt heute die Goldmond Bakery das Geschäft weiter. Der Aprikosen-Streusel ist ein Traum!
30 Jahre Amrit: Eine echte Berlin Institution

Das indische Restaurant Amrit ist seit 30 Jahren in Berlin zu Hause und hat sich in dieser Zeit zu einer festen Größe der indischen Küche in der Hauptstadt entwickelt. Mittlerweile betreiben die Gründer vier Filialen in Berlin. Das erste Lokal in Kreuzberg, unweit der Markthalle Neun, genießt allerdings bis heute Kultstatus.
Farbenfroh, atmosphärisch und trotz der großzügigen Räumlichkeiten zu jeder Tageszeit gut besucht, ist das Amrit genau die richtige Adresse für alle, die gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und vor allem leckere, großzügige Portionen schätzen.
Auch die Speisekarte lässt kaum Wünsche offen. Liebhaber indischer Gewürze und kräftiger Schärfe kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie alle, die es etwas milder mögen. Ein echter Renner im Amrit ist zweifellos der Mango-Lassi. Er verbindet den fruchtig-süßen Geschmack der indischen Alphonso-Mango mit der milden Cremigkeit von Vollmilch und Joghurt aus Brandenburg.
- Tipp! Wenn das Wetter mitspielt, empfehlen wir, für einen rundum gelungenen Amrit-Besuch im großzügigen Gastgarten Platz zu nehmen. Hier lässt sich das indische Flair gleich noch ein bisschen entspannter genießen.
Sönmez – Türkische Baklava-Spezialitäten aus Gaziantep

Dass Baklava nicht gleich Baklava ist, beweist die kleine türkische Manufaktur Sönmez aus Gaziantep. Süß, klebrig und unglaublich lecker, dabei erstaunlich leicht und geschmacklich erstklassig, machen die kleinen Kunstwerke aus Jufka-Teig, Antep-Pistazien und feinem Zuckersirup jeden Besuch bei Sönmez zu einem besonderen Genussmoment.
Das Konzept der Manufaktur ist dabei denkbar einfach: hoher Qualitätsanspruch, echtes Handwerk und faire Preise. Wir sind von der kleinen Baklava-Manufaktur in Kreuzberg, nur wenige Gehminuten vom Amrit entfernt, jedenfalls immer wieder aufs Neue begeistert.
Ein exklusiver Tipp von uns! - Kombiniere die Baklava unbedingt mit türkischem Eis, dem sogenannten Dondurma. Anders als klassisches Speiseeis schmilzt Dondurma kaum, sondern ist elastisch und angenehm zäh. Mit seiner kühlen Frische passt es perfekt zu den warmen, süßen und orientalischen Baklava-Spezialitäten des Hauses.
Burgermeister – eine Berliner Erfolgsgeschichte

Unser nächster Foodspot-Tipp kommt ebenfalls aus Kreuzberg und führt uns zum U-Bahn-Viadukt am Schlesischen Tor. Hier, direkt unter den Gleisen, befindet sich ein ehemaliges – und übrigens denkmalgeschütztes – Toilettenhäuschen, das zu einem echten Kultort avanciert ist: Burgermeister! Was an einem ziemlich ungewöhnlichen Standort begann, entwickelte sich so rasant, dass Burgermeister heute gleich an mehreren Standorten in ganz Berlin zu finden ist. Das ursprüngliche Häuschen unter den U-Bahn-Gleisen bleibt aber etwas ganz Besonderes: schließlich bekommt man seinen Burger nicht alle Tage in einer ehemaligen öffentlichen Toilette serviert.
Der absolute Renner sind die Smash-Burger. Dabei werden die Patties auf dem Grill kurz flachgedrückt, sodass sie außen schön knusprig und innen saftig bleiben. Dazu kommen fluffige Brioche-Buns und hausgemachte Saucen. Kein Wunder, dass Burgermeister längst als eine der bekanntesten Burger-Adressen Berlins gilt. Das können und wollen wir mit Freude bestätigen!
- Tipp! Die Milchshake-Variationen von Burgermeister solltest Du dir ebenfalls nicht entgehen lassen. Besonders der Schokoladen-Shake hat uns ausgezeichnet geschmeckt!
Israelisches Streetfood in Berlin: Goldadelux

Ausgefallen, vegan und einfach himmlisch lecker ist der israelische Streetfood-Klassiker Sabich beim kleinen Imbiss Goldadelux, direkt zwischen den U-Bahnhöfen Kottbusser Tor und Prinzenstraße.
Aber was genau ist eigentlich Sabich? Dabei handelt es sich um ein halbes, warmes Pitabrot, das mit Auberginen, Kartoffeln, Zwiebeln, Gurken, wahlweise Ei, Petersilie, Salsa, Tahini, Curry und Zitrone gefüllt wird. Das Ergebnis? Eine echte Geschmacksexplosion, die dem eigenen Kredo von Goldadelux – „Fine Street Dining“ – absolut gerecht wird!
Der kleine Imbiss ist seit Jahren so beliebt, dass hier zu fast jeder Tageszeit ordentlich Betrieb herrscht. Unangenehme lange Wartezeiten haben wir allerdings nicht erlebt. Und mit etwas Glück ergatterst Du sogar einen der wenigen Sitzplätze.
- Tipp! Die hausgemachte Limonade Gazoz mit Physalis- und Pflaumensirup sorgt für die nötige Erfrischung zum Sabich. Übrigens: Mit dem türkischen Erfrischungsgetränk Gazoz oder dem griechischen Gazoza hat diese Variante nichts zu tun.
Chinesische Fusionsküche: Chen's Beef Noodle House

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Kottbusser Tor, mitten im Herzen von Kreuzberg, begrüßt das Chen's Beef Noodle House seine Gäste mit chinesischer Fusionsküche. Die Restaurantkette ist mittlerweile mit mehreren Filialen in Berlin und ganz Deutschland vertreten. Wir haben das Haus am „Kotti“ besucht und waren vor allem von den frischen, täglich von Hand gezogenen Nudeln schwer beeindruckt.
Auch optisch ist Chen's Beef Noodle House ein echter Hingucker. Bunte, von der chinesischen Kultur inspirierte Einrichtungselemente sorgen für eine besondere Atmosphäre und machen den Besuch fast zu einer kleinen Reise nach China.

Unbedingt probieren solltest Du die kalten, sauer-scharfen Kartoffelstreifen. Für europäische Geschmäcker sind sie vielleicht zunächst etwas ungewohnt, gleichzeitig aber herrlich erfrischend und eine spannende Abwechslung zu den klassischen Nudelgerichten.
Yume – Japan zum Mitnehmen

Im Ortsteil Friedrichshain ist das kleine Café Yume unter Liebhabern der japanischen Kulinarik längst kein Geheimtipp mehr. Yume ist der perfekte Ort für eine kleine Kaffeepause oder einen entspannten Brunch.
Besonders beliebt sind die sogenannten Sandos aus selbstgemachtem japanischem Milchbrot, dem Shokupan, feinster Sahnecreme und frischen Erdbeeren. Wer es lieber herzhaft mag, kommt ebenfalls auf seine Kosten; zum Beispiel mit dem Tamago Sando mit Ei. Wir haben sowohl die süße als auch die herzhafte Variante probiert und waren von beiden restlos begeistert. Unsere Geschmacksnerven jedenfalls waren durch und durch glücklich!
Eisparadies bei Delabuu in Friedrichshain

Lust auf Eis, aber bitte mal anders? Dann lohnt sich ein Abstecher zu Delabuu in Friedrichshain. Die kleine Eisdiele gleich in der Nachbarschaft von Yume ist nicht nur wegen ihrer kreativen Sorten beliebt. Denn hier wird die Zubereitung selbst zum kleinen Erlebnis.
Bei Delabuu bestimmst Du nämlich, was in Deine Eiskreation kommt. Deine Wunschzutaten werden direkt vor Deinen Augen klein geschnitten, mit der Eismasse vermischt und anschließend auf eine eiskalte Platte gestrichen. Und dann wird es spannend: Mit geübten Handgriffen verwandelt sich die Masse in kleine Eisröllchen, die anschließend mit Deinen Lieblings-Toppings gekrönt werden.
- Gut zu wissen: Je nach gewählter Größe bekommst Du zwei oder drei Eisröllchen. Auch bei den Toppings gibt es Unterschiede: Welche und wie viele Du auswählen kannst, hängt von der gewählten Größe ab.
Currywurst bei Curry 61

Hand aufs Herz: Was wäre Berlin ohne Currywurst? Für uns gehört ein Besuch an einer der zahlreichen Berliner Imbissbuden einfach zum Pflichtprogramm. Eine der bekanntesten Adressen ist Curry 61. Der Hauptimbiss liegt nur wenige Schritte hinter dem Hackeschen Markt an der Oranienburger Straße, also mitten im Herzen der Stadt.
Curry 61 setzt nach eigenen Angaben auf regionale Zutaten und frische Produkte und verzichtet auf Tiefkühlprodukte. Uns hat die Currywurst jedenfalls geschmeckt und natürlich mussten dazu auch eine Portion Pommes auf den Teller. Viel mehr braucht es für eine kleine Berliner Stärkung eigentlich nicht.
Achtung Verwechslungsgefahr: Curry 61 ist nicht mit der mindestens ebenso legendären Curry 36 am Mehringdamm zu verwechseln. Beide gehören zu den bekannten Currywurst-Adressen der Hauptstadt, liegen aber in völlig unterschiedlichen Ecken Berlins.
- Schon gewusst? Im Innenbereich von Curry 61 findet sich eine tolle Anspielung auf den berühmten „Sozialistischen Bruderkuss“ von Breschnew und Honecker. Die beiden ehemaligen Staatschefs der Sowjetunion und der DDR sind hier in einer humorvollen Variante verewigt. Und was verbindet die beiden diesmal? Natürlich – Currywurst statt Sozialismus!
Berlin pur: „Wilde Matilde“ und ihr „kalter Hund“

Zugegeben: Touristisch geht es weiter zu unserem letzten Foodspot in Berlin, zur Wilden Matilde. Der Name ist Programm, denn die Wilde Matilde ist irgendwie wie Berlin selbst: wild, verspielt und ein bisschen verrückt. Das Restaurant im Stil eines Varieté-Theaters aus den Goldenen Jahren liegt im historischen Nikolaiviertel und empfängt seine Gäste mit bunten Farben, verspielten Details und jeder Menge Berliner Charme. Perfekt also für eine kleine Kaffeepause zwischendurch.
Wer Lust auf traditionelle deutsche beziehungsweise Berliner Küche hat, wird hier ebenfalls schnell fündig. Besonders spannend: Die Wilde Matilde gehört zu den wenigen Orten, an denen noch ein echtes DDR-Kultdessert auf der Speisekarte steht: der „kalte Hund“.
Kalter Hund – was ist das eigentlich? Ganz einfach: ein geschichteter Kuchen aus Butterkeksen und Schoko-Palmfett. Klingt zunächst ziemlich schlicht, schmeckt aber erstaunlich gut! Zusammen mit einer Portion Kirschgrütze war unsere kleine kulinarische Zeitreise in die DDR perfekt.

- Schon gewusst? - Die Wilde Matilde verfügt über Berlins einzige Kettenkarussell-Bar. Hier werden Cocktails serviert – und zwar nicht einfach irgendwo, sondern hoch oben im Karussell. Berlin kann eben auch beim Trinken ein bisschen verrückt sein.
Fazit zu den Foodspots in Berlin

Liebe geht durch den Magen – sagt ein bekanntes Sprichwort. Und wenn das stimmt, dann haben wir uns in Berlin definitiv ein gutes Stück weit verliebt. Das kulinarische Berlin hat uns nämlich überrascht: vielfältig, verspielt, manchmal verrückt und vor allem unheimlich lecker.
Wer Berlin wirklich kennenlernen möchte, sollte deshalb nicht nur die klassischen Sehenswürdigkeiten abklappern, sondern sich auch durch die Kiezkultur und ihre zahlreichen Cafés, Restaurants und Imbisse probieren. Dabei hat uns besonders überrascht, wie selbstverständlich mediterrane und asiatische Küche inzwischen zur kulinarischen Identität Berlins gehören.
Unser persönlicher Spitzenreiter war dabei ganz klar Amrit. Aber auch Sönmez und Goldadelux konnten mit ihren besonderen Konzepten und ihrem eigenen Charakter überzeugen. Am Ende verbindet sie alle etwas ganz Einfaches: Essen in Berlin macht glücklich. Und genau deshalb gilt für uns: Wer Berlin verstehen will, sollte nicht nur durch die Stadt laufen, sondern sich auch durch sie hindurchessen.
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