Innsbruck im Wandel der Zeit: Damals und heute
Unsere spannenden Vorher-Nachher Vergleiche zeigen Innsbruck im Einst und Jetzt.

Hier kannst Du Innsbruck von damals und heute vergleichen.
Langsamer und bewusster zu reisen ist eine Entscheidung, die manchen leichter gelingt als anderen. Oft versuchen Reisende, Trends und Hypes aus den sozialen Medien mitzunehmen, aus Angst, etwas Wichtiges zu verpassen. Doch genau dieser Trieb sorgt am Ende häufig dafür, dass man zwar viel gesehen, aber wenig wirklich erlebt hat. Für uns beginnt echtes Reisen dann, wenn wir das Tempo verlangsamen und uns erlauben, einem Ort mit Neugier und Aufmerksamkeit zu begegnen.
Ein besonders wertvolles Werkzeug dafür ist natürlich das Fotografieren, und zwar nicht im schnellen Vorbeigehen, sondern als bewusste Auseinandersetzung mit dem Moment. Wenn wir stehen bleiben, den Bildausschnitt suchen und uns Zeit nehmen, genauer hinzusehen, verändert sich der Blick. Plötzlich geht es nicht mehr nur um das perfekte Foto, sondern um Details, Stimmungen und kleine Geschichten am Wegesrand. Genau so entsteht eine tiefere Verbindung zu einem Ort, zu seiner Geschichte und zu seiner Atmosphäre.
Besonders spannend finden wir dabei die sogenannte Re-Fotografie – also den direkten Vergleich historischer Aufnahmen mit der heutigen Situation. Diese Perspektive öffnet sprichwörtlich ein Fenster in die Vergangenheit. Auch in Innsbruck haben wir mit dieser Methode gearbeitet. Alte Fotografien dienten uns als Orientierung, um bekannte Plätze möglichst exakt aus derselben Perspektive neu aufzunehmen. Dabei konnten wir nicht nur Veränderungen und Wandel dokumentieren, sondern auch mehr über bekannte Sehenswürdigkeiten und die Namensgebung der Hauptstraßen erfahren.
Maria-Theresien-Straße in Innsbruck 1935 und heute

Auf dem Foto ist der Hauptplatz von Innsbruck mit der imposanten Nordkette im Hintergrund zu sehen. Zentral rechts steht die Annasäule, die als eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt gilt. Sie erinnert an den bayerischen Einfall im Jahr 1703. Blickt man etwas weiter nach links, erkennt man die charakteristische Turmfront der Spitalskirche zum Heiligen Geist.
Ihren Namen verdankt die Kirche einem Spital, das sich im 19. Jahrhundert an dieser Stelle befand und 1888 in die heutige Universitätsklinik Innsbruck übersiedelte. Der eigentliche Kirchenbau wurde ab 1596 umgestaltet und erweitert, und damit entstand ein dreischiffiger Kirchenraum, der bis heute die Umgebung prägt.
Auffällig beim Vergleich der historischen Vorher-Nachher-Aufnahmen ist die Nutzung des Platzes: Während er 1945 noch als Parkplatz für Autos diente, ist er heute eine reine Fußgängerzone, die lediglich von der Straßenbahn durchquert wird. Abgesehen davon wirkt der Anblick im direkten Vergleich mit der heutigen Situation nahezu unverändert.
Die historische Bausubstanz ist bemerkenswert gut erhalten. Erst bei genauerem Hinsehen fallen Veränderungen auf: So wurde das Gebäude ganz rechts umgestaltet: Die Dachkonstruktion wurde vollständig verändert, um eine weitere Etage erweitert und die Fassade vereinfacht.
Triumphpforte 1936 und heute

Unsere historische Aufnahme der Triumphpforte stammt aus dem Jahr 1936 und zeigt das Bauwerk von der Westseite. Errichtet wurde die Triumphpforte im Jahr 1765 anlässlich der Hochzeit von Erzherzog Leopold, dem zweiten Sohn von Kaiserin Maria Theresia. Ihre Gestaltung erzählt zwei sehr unterschiedliche Geschichten. Während die Südseite ganz im Zeichen der Vermählung des jungen Paares steht, erinnern die Reliefs auf der Nordseite an den Tod von Franz Stephan von Lothringen, dem Ehemann Maria Theresias, der nur rund zwei Wochen nach der Hochzeit verstarb.
Besonders bemerkenswert ist das Baumaterial der Triumphpforte: Sie besteht aus sogenannter Höttinger Brekzie, einem typischen Innsbrucker Urgestein, das seit Jahrhunderten in der Umgebung der Stadt abgebaut wird und vielen historischen Bauwerken ihr charakteristisches Erscheinungsbild verleiht.
Ein weiterer interessanter Aspekt zeigt sich beim Blick auf die Verkehrssituation rund um das Tor. Sowohl damals als auch heute fließt der Autoverkehr direkt durch und um die Triumphpforte. Die Straßenbahnführung hat sich jedoch verändert: Während auf der historischen Aufnahme noch Gleise direkt durch den Torbogen führen, verlaufen die Linien heute vom Innsbruck Hauptbahnhof kommend knapp hinter dem Bauwerk vorbei und biegen in Richtung Innenstadt ab. Die früheren Gleise vor der Triumphpforte sind verschwunden – an ihrer Stelle fahren nun ausschließlich Autos.
Beim Vergleich fällt außerdem auf, dass das Gebäude rechts hinter dem Bogen im Laufe der Zeit erweitert wurde. Trotz dieser Veränderungen ist die Triumphpforte bis heute ein markanter Orientierungspunkt. Auch wenn sie kein klassischer Aufenthaltsplatz ist, bildet sie für viele Besucher, besonders für all jene, die mit dem Zug anreisen und hier auf dem Weg in die Innenstadt sind, den ersten Eindruck von Innsbruck.
Schloss Ambras Innsbruck 1938 und heute
Schloss Ambras ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in Tirol und fasziniert Besucher zu jeder Jahreszeit. Hinter den historischen Mauern verbirgt sich eine außergewöhnliche Liebesgeschichte, die im 16. Jahrhundert offiziell geheim gehalten werden musste: Das Schloss war ein Liebesgeschenk von Erzherzog Ferdinand II. an die „Schöne Welserin“, Philippine Welser. Ihre Geschichte sowie die berühmten Sammlungen und Schatzkammern werden im Inneren des Schlosses anschaulich präsentiert.
Unsere historische Aufnahme stammt aus dem Jahr 1938 und zeigt das Hochschloss Ambras, in dem sich auch der berühmte Spanische Saal befindet. Im Vergleich mit der heutigen Aufnahme fallen mehrere kleine Veränderungen auf: Die Treppenanlage ist mittlerweile anders gestaltet, und auch der Zugang zum Spanischen Saal wurde im Laufe der Zeit umgebaut. Die Grundstruktur der Fassade blieb zwar erhalten, doch die einst aufwendige Bemalung ist heute nicht mehr vorhanden. Zusätzlich wurde die Dachkonstruktion verändert und insgesamt deutlich vereinfacht.
Abgesehen von diesen Details wirkt das Schloss selbst unverändert. Lediglich ein kleiner Pavillon auf der rechten Seite, der auf der historischen Aufnahme noch zu sehen ist, existiert heute nicht mehr. Was hingegen sofort ins Auge fällt, ist die veränderte Umgebung, denn die Vegetation rund um das Schloss hat deutlich zugenommen. Bäume und Grünflächen sind dichter geworden und unterstreichen heute noch stärker die idyllische Lage von Schloss Ambras.
Die alte Hungerburgbahn 1962 und heute

Die alte Trasse der Hungerburgbahn erzählt ein besonders spannendes Kapitel der Innsbrucker Verkehrsgeschichte. Sie verlief etwas nordöstlich der heutigen Strecke, direkt bei der Mühlauer Brücke am südlichen Ufer des Inn. Von hier aus verband die Standseilbahn ab dem 12. September 1906 die Talstation mit der Hungerburg; und das beinahe ein ganzes Jahrhundert lang, bis zum 8. Dezember 2005.
Obwohl die alte Hungerburgbahn fast 100 Jahre unfallfrei betrieben wurde, entstanden Ende des 20. Jahrhunderts mehrere Ideen für eine Modernisierung. Im September 2003 wurde schließlich ein internationaler Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt die Architektin Zaha Hadid, deren spektakulärer Entwurf das Erscheinungsbild der Bahn grundlegend verändern sollte.
Die historische Aufnahme aus dem Jahr 1962 zeigt einen Wagen auf der Bahnstrecke.
Spannend ist für uns vor allem der direkte Vergleich zwischen damals und heute. Das Gebäude der ehemaligen Talstation existiert noch immer – auch wenn es heute nicht mehr aktiv genutzt wird. Ebenso ist das Standseilbahn-Viadukt über den Fluss bis heute in seiner ursprünglichen Form erhalten geblieben, lediglich die umliegende Bebauung ist dichter geworden, und die Vegetation hat sich teilweise verändert.
Herzog Friedrich Straße in Innsbruck 1975 und heute
Wer die Herzog-Friedrich-Straße in Innsbruck entlangspaziert, hat viel zu bestaunen: das Alte Rathaus, den Stadtturm, das Goldene Dachl und zahlreiche kleine Gassen, die zum Entdecken einladen.
Die kunstvoll angebrachten Zunftzeichen an den Gebäuden sind nicht nur historisch bedeutsam, sondern sie erzählen davon, welche Handwerks- und Handelsbetriebe hier einst tätig waren. Manche dieser Berufe sind längst verschwunden, andere existieren bis heute in moderner Form weiter. Spannend ist dabei, wie selbstverständlich sich auch internationale Marken in dieses historische Straßenbild einfügen. Ihre Logos hängen heute wie klassische Zunftschilder über den Eingängen und übernehmen damit eine jahrhundertealte Tradition.
Beim Vergleich unserer historischen Aufnahme mit der heutigen Situation ist uns ein kleines, aber besonders schönes Detail aufgefallen: Das hängende Zunftzeichen mit dem Schiff zeigt heute in die entgegengesetzte Richtung als früher. Wie damals ist die Straße auch heute ein zentraler Treffpunkt für Touristen und der Hauptplatz für zahlreiche Veranstaltungen im Sommer wie im Winter.
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